38 Stunden im Bus über den Himalaya

38-stündige Busfahrt – die verrückteste meines Lebens! – Richtung Nordost über den Himalaja nach Leh in Ladakh.

Die Reise führte aus dem Kaschmirtal hinauf Richtung Osten durch den Zentralhimalaya mit Bergspitzen bis zu 6.500 Metern und entlegenen, sehr trockenen Tälern. Das obere Indus-Tal in dem auch Leh die Hauptstadt Ladakhs liegt, hat eine alpine Vegetation, die extremer Kälte und Trockenheit entspricht. Dort schließt im Norgen das Karakorum – Hochgebirge mit mehreren der höchsten Gipfeln der Erde an. Sie befinden sich aber alle im pakistanisch kontrollierten Gebiet. Die Gletscher des Karakorum binden zugleich die größten Wasserreserven außerhalb des Südpols.

Meine Reise mit dem 30-sitzigem völlig verstaubten Bus begann um 5 Uhr früh in Srinargar und endete am nächsten Tag um 18 h in Leh. – 30 Stunden reine Fahrtzeit für 445 km.

09.9.2004

Guten Morgen! Heute aus Leh, der Hauptstadt von Ladakh. Die Busreise war unglaublich. Im „Luxusbus“, der außer Staub und einem schmalen Sitz nicht viel Luxus zu bieten hatte. Wegen der ungefähr 100millionen Haarnadelkurven können nur Busse mit ca. 30 Sitzen fahren, die normalen Verkehrsbusse wären zu lang.

Die Straße ist die verrückteste, die ich jemals in meinem Leben gefahren bin. Da gab’s eine Wand, steil wie Klippen über dem Meer und genau in diese senkrechte Wand hineingeschnitten, führte unsere schmale Staubstraße. Ich kam mir vor wie in einem Sience-fiction-Film a la `Herr der Ringe`.

Der Himalaja besteht ja aus unendlich vielen Gebirgszügen. Ameisen gleich sind wir paar Menschlein da in unserem Bus über ein paar der Tausende von Pässen und Bergen hinauf und wieder hinuntergeklettert. Nach diesen zwei Tagen durch nie endende Schluchten und Höhen und hinauf und hinunter habe ich einen winzigen Eindruck von der Größe dieses Bergmassivs.

Übernachtet haben wir an der pakistanischen Grenze in Kargil. Ich und zwei Young Guys (Lawrence, 24, meinem fröhlichen, weltoffenen, seit 8 Monaten durch die Welt reisenden Sitzpartner aus Kanada und Tim, 23, aus Israel, der auf der Suche nach einem Ashram ist, um über sich nachzudenken – welche Wohltat nach 7 Tagen ernsten und strengen und überhaupt nicht lockeren muslimischen Guides, die mich keine Sekunde aus den Augen ließen) in einem Zimmer für 4 Euro Gesamtpreis für 3 Personen. Das ist so ungefähr der Preis für einfache Unterkünfte hier.

Eine große Erleichterung für meine Geldbörse angesichts der Preise, die ich in Kaschmir für weniger saubere Unterkünfte bezahlt habe. Der Standard in Kaschmir ist nicht besser als in Indien, dafür sind die Preise ungefähr vergleichbar mit denen von Österreich. Aber nun gut – jetzt bin ich ja in Ladakh.

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