In der Stadt Leh – 3500 hoch

Eine Woche Aufenthalt in Leh, der 3500 hoch gelegenen Hauptstadt von Ladakh.

09.9.2004 
Hier ist alles anders, nämlich einfach schön. Ich bin in 3500 Meter Höhe, und das macht auch ein bisserl high wie mir scheint. Der Sternenhimmel am Abend ist unglaublich, die Sterne sind fast zum Angreifen nah… die Leute sind von einer kaum gekannten Liebenswürdigkeit, dabei aber unaufdringlich und bescheiden. In die Gesichter der am Markt sitzenden Frauen zu schauen und ihr offenes freundliches Lächeln zu erwidern berührt mein Herz.
Zur Zeit ist ein buddhistisches Festival mit bunten Maskentänzen und Ausstellungen und vielen traditionellen Veranstaltungen wie die Polospiele oder Bogenschießen Wettbewerbe. Alles in diesen bunten buddhistischen Trachten…

Und stellt euch vor: Hier gibt es eine „Woman-Assiociation“, Frauen aus allen Regionen Ladakhs haben sich zusammengeschlossen und haben hier ein Zentrum, in das ich heute Nachmittag gehen werde. Anlässlich des Festivals demonstrierten sie gestern, aber da war ich ja noch im Bus in den Bergen… ich mach hier mal ne Pause mit dem Erzählen, sonst bleibt ja nix mehr, wenn ich wieder daheim bin! Seid alle herzlich gegrüßt – über Lebenszeichen freue ich mich sehr.
Julle!! (tibetisches tschuess)

09.9.2004 
Wundert euch nicht …..dass ich schon wieder da bin. Hier ist ein einziges satellitenbetriebenes Internetcafe (Cafe gibt’s allerdings in keinem der zahlreichen Internetcafes, nicht mal einen Tee, den es hier doch sonst überall gibt) aber die heißen eben alle Internetcafe, genau wie bei uns. Heute wollte ich euch kurz berichten, wie es hier aussieht, wenn man abseits der hohen Berge und der schönen Klöster und der Basare sieht. Da gibt es zwar asphaltierte Straßen, aber immer nur einen schmalen Streifen in der Mitte. Da fahren die Autos und alle anderen Fahrzeuge wie Mopeds, Fahrräder, Schubkarren und Lastwagen und Busse.

An den Straßenrändern aber, da spielt sich das eigentliche Leben ab. Da wird Wäsche gewaschen an den offen vorbeifließenden, stark mit Müll verschmutzen Wassern, da wird ausgewichen, wenn schnellere Fahrzeuge laut hupend ihr offensichtlich vorhandenes Recht nach Vor- und Vorbeifahrt fordern (der Stärkere hat Recht gilt in ganz Indien, was den Straßenverkehr angeht) und da wird Müll hingekippt und in diesen Müllbergen suchen die Kühe und Esel nach Fressbarem und die Kinder waschen sich ihre Gesichter und die Männer putzen sich die Zähne und die zahlreichen herrenlosen (und frauenlosen) Hunde legen sich in diesen schattigen Staub, um vom Bellen in der Nacht auszuruhen…

10.9.2004 
Hallo! Da ich noch in Ladakh weile und erst in 2 oder 3 Tagen mit dem Bus die hohen Pässe ein zweites Mal überwinden werde, allerdings nun in Richtung Süden nach Manali und von dort nach Darhamsala, berichte ich nur kurz. Gestern hatte ich ein Vergnügen der besonderen Art. Aufgrund eines Missverständnisses machte ich meinen Ausflug in ein in der Nähe gelegenes Kloster nicht mit dem Auto, sondern mit dem Motorrad. Und hier geht das ja alles ohne Sturzhelm und ähnlichem Schutzzeugs. Ich habe also die große, immer besungene Freiheit am Bike am eigenen Leib verspürt. Es war wirklich ein cooles Feeling. Mein Driver ein junger Ladakhi blieb auch immer stehen, und so konnte ich genügend Fotos machen.
Die buddhistischen Klöster hier sind die eigentlichen Sehenwürdigkeiten. Sie stehen immer auf hohen Bergen und man hat einen sagenhaften Rundumblick auf die imposanten, kahlen Berge und die grünen Täler. Tschüss dann bis zum nächsten Mal.

Weiter zur Jeepfahrt über den 2.höchsten Pass der Welt